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Sicherheit in Teams: der Schlüssel zu „high performance“ (5 Tipps)

In diesem Blog werden 5 Tipps vorgestellt, die das Sicherheitsgefühl in Teams erhöhen. Auf diese Weise können sich die Teams zu Hochleistungsteams entwickeln.

High performing teams

„Teams, in denen die Projekte von motivierten Mitarbeitern durchgeführt werden, die die nötige Unterstützung erhalten und darauf vertrauen können, dass sie die Arbeit richtig erledigen“. Diese Beschreibung stammt direkt aus dem Agilen Manifest, das unter anderem von Ken Schwaber und Jeff Sutherland (2001) verfasst wurde.

Sicherheit, das klingt nach gesundem Menschenverstand, nach einem logischen Konzept des Projektmanagements. Produktive Teams zeichnen sich dadurch aus. Sie ist ein wichtiger Bestandteil einer Organisation, in der sich die Teammitglieder sicher fühlen, ihre Arbeit auf ihre eigene Art und Weise auszuführen. Im Idealfall ist es innerhalb eines Teams/einer Organisation sicher genug, um Fehler zu besprechen, sich gegenseitig Feedback zu geben und ehrlich und transparent zu sein. Die Teammitglieder fühlen sich dann gemeinsam für die Ziele verantwortlich, was häufig dazu führt, dass die Arbeit schneller und in besserer Qualität erledigt wird.

Die Schaffung eines sicheren Umfelds ist nicht einfach. Es hat alles mit der Kultur einer Organisation zu tun, die sehr schwer zu erfassen oder wirklich zu verändern ist.

Die folgenden Symptome können auf einen Mangel an Sicherheit hinweisen:

  • die Menschen geben sich gegenseitig die Schuld, wenn etwas nicht getan wird
  • Teammitglieder bitten ständig um Bestätigung durch Vorgesetzte
  • wenn um Feedback gebeten wird, kommt wenig von der Gruppe
  • es gibt wenig Motivation, neue Projekte in Angriff zu nehmen oder Verbesserungen im Prozess vorzunehmen.

Tipp 1: Verwenden Sie Daily Scrums und Retrospektiven

Diese aus der Agile-Philosophie bekannten Meetings sind hervorragend geeignet, um die Teamkultur zu verändern, vorausgesetzt, sie werden richtig moderiert. Für ein Scrum Team ist es wichtig, einen guten Scrum Master zu haben. Der Scrum Master fungiert dann als Coach, Moderator und Change Agent für die Gruppe. Der Tagesbeginn oder Daily Scrum ist ein Treffen, bei dem der Arbeitsfortschritt besprochen und Hindernisse identifiziert werden. (Hier geht es zur Daily Scrum Checkliste.)

Bei einer Retrospektive blickt das Team auf die Zusammenarbeit seit der letzten Retrospektive zurück und wählt eine der Verbesserungsinitiativen aus, die sofort in Angriff genommen werden soll. Dadurch wird es viel wahrscheinlicher, dass die Vereinbarung eingehalten wird und es ist einfacher, die Verantwortung für sie zu übernehmen und sich gegenseitig zur Rechenschaft zu ziehen.

Tipp 2: Schwachstellen offenlegen

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Lernen Sie sich außerhalb des beruflichen Umfelds besser kennen, oder machen Sie eine Bestandsaufnahme der zu Beginn des Projekts vorhandenen Fähigkeiten. Ein Team-Canvas kann hier die Richtung vorgeben. Das Team-Canvas hebt nicht nur die individuellen Kompetenzen und Qualitäten im Team hervor, sondern zeigt auch die Fallstricke und Risiken auf, die im Team verborgen liegen.

Niemand ist perfekt, und wir arbeiten alle auf unterschiedliche Weise. Indem das Team einfach nur darüber spricht, sorgt es dafür, dass sich Frustrationen und Probleme nicht aufstauen. Da die Teammitglieder die Arbeitsweise und die Situation der anderen besser verstehen, können sie sich besser aufeinander einstellen und die Qualitäten der anderen optimal nutzen. Dies geschieht auch dadurch, dass wir uns gegenseitig unterstützen, wenn jemand mit etwas zu kämpfen hat.

Tipp 3: Scheitern = Lernen

Geben Sie dem Scheitern eine neue Bedeutung. Dies hat auch viel mit der Kultur der Organisation zu tun, in der das Team arbeitet. Eine Kultur, in der man bestraft wird, wenn die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen, geht auf Kosten der Sicherheit. Agile Teams arbeiten auf empirische Weise: Sie experimentieren, probieren neue Dinge aus und testen Hypothesen. Nur so kann man lernen und mehr über den Markt, die Zielgruppe und die Kundenbedürfnisse herausfinden.

Manchmal laufen die Dinge nicht so, wie man es erwartet, aber das ist in Ordnung. Sie passen sich als Team an und treffen eine Folgeentscheidung auf der Grundlage des neu erworbenen Wissens. Durch die Arbeit in kurzen Sprints wird das Risiko des Scheiterns verringert, da Sie das kurzfristige Ziel immer wieder verfeinern können. Die Arbeit mit MVPs (Minimum Viable Products) trägt ebenfalls dazu bei. Menschen machen manchmal Fehler; das ist Teil des Prozesses und man lernt dabei.

Tipp 4: Besprechen Sie den Entwicklungsstand des Teams

Ein Team, das sich zu einem Hochleistungsteam (optimale Produktivität, Sicherheit und Zusammenarbeit) entwickeln will, muss wissen in welcher Phase es sich gerade befindet. Jede Gruppe von Menschen, die zusammenkommt und beginnt mehr Zeit miteinander zu verbringen, durchläuft mehrere vorhersehbare Phasen. Bruce Tuckman beschreibt diese Phasen wie folgt: Forming, Storming, Norming und Performing.

In der Forming-Phase befindet sich die Gruppe noch in der Findungsphase, es gibt noch keine klare soziale Hierarchie, und die Leute wissen nicht genau, wie sie sich verhalten sollen. In der Storming-Phase kommt es zu Konflikten. Die unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen prallen aufeinander. Das Durchlaufen der Storming-Phase ist notwendig, um Sicherheit im Team zu schaffen. Ein Team, das nicht lernt mit Konflikten umzugehen, ist unsicher. In der Norming-Phase werden die gemeinsamen Normen und Werte des Teams deutlich und es können klare Vereinbarungen miteinander getroffen werden. Wenn die Dinge gut laufen, kann das Team schließlich in die Performing-Phase übergehen, in der Qualität geliefert wird und Engagement und Verantwortung natürliche Merkmale sind.

Durch die Diskussion des Tuckman-Modells kann ein Team reflektieren und nette Diskussionen führen, die zur Selbsterkenntnis und Sicherheit der Gruppe beitragen. Wenn die Teammitglieder verstehen, dass Teamentwicklung ein Prozess ist, der nie abgeschlossen oder perfekt ist, können sie besser erkennen was gut läuft und woran noch gearbeitet werden muss. Es ist wichtig, diese Sitzungen zu moderieren und nicht zu leiten. Das Team muss seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen, sonst gibt es keine Beteiligung oder Unterstützung und es wird keine Verantwortung für den Verbesserungsplan übernommen.

Tipp 5: Liberating Structures als Arbeitsmodell verwenden

Liberating Structures sind Arbeitsmodelle, die zur Beteiligung ermutigen. Sie ermöglichen es allen Teammitgliedern, sich Gehör zu verschaffen, selbst wenn es schüchterne oder introvertierte Teammitglieder gibt, die sich in einer Gruppe nur ungern äußern. Die 1-2-4-all-Methode ist ein Beispiel für eine zugängliche Methode, um Feedback zu erhalten oder ein Problem zu diskutieren. Durch den Einsatz dieser Methoden während der Retrospektiven stellen Sie sicher, dass das Team auf ehrliche und sichere Weise miteinander kommunizieren kann. Das Ergebnis ist eine offene Atmosphäre, produktives Feedback, effiziente Zusammenarbeit und leistungsstarke Teams.

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