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Wie bestimmen Sie als Product Owner den Wert?

Der Product Owner wird auch als „Value Maximizer“ bezeichnet. Als Vertreter der Stakeholder ist der Product Owner dafür verantwortlich, den Wert der von den Entwicklern geleisteten Arbeit zu maximieren.

Wie genau der Wert maximiert werden kann, wird im Scrum Guide offen gelassen, da dies je nach Organisation, Team und Person unterschiedlich ist. In diesem Artikel werden wir Ihnen einige „bewährte Verfahren“ vorstellen, mit denen Sie den Wert Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung maximieren können.

Was ist ein Wert?

Van Dale gibt die Bedeutung von Wert als „Tauschmittel in wirtschaftlichen Transaktionen“ an: Man investiert in etwas und erhält dafür einen Wert. Aus dieser Perspektive sind Sie als Product Owner auch für den Return on Investment (ROI) verantwortlich.

Was wertvoll ist, hängt sehr stark vom Kontext ab, aber das Agile Manifest bietet uns einige Anhaltspunkte. Das erste Agile-Prinzip ist, dass ein zufriedener Kunde immer die höchste Priorität hat. Sie liefern also Wert, wenn Sie die Dinge tun, die Ihren Kunden (oder einen anderen wichtigen Stakeholder) glücklich machen.

Entdeckung von Wünschen und Bedürfnissen

Als Product Owner möchten Sie vermeiden, Entscheidungen auf der Grundlage von Annahmen zu treffen. Die Erstellung von Personas und Customer Journeys hilft Ihnen, sich in Ihre Stakeholder hineinzuversetzen: Wie erleben sie die Interaktion mit unserem Produkt? Sprechen Sie nicht nur mit verschiedenen Stakeholdern, sondern beobachten Sie auch, wie sie Ihr Produkt verwenden. Was läuft gut, was kann verbessert werden? Welche nonverbalen Signale nehmen Sie auf? Lassen Sie sie dann über die Erfahrung nachdenken: Lassen Sie sie erklären, was sie getan haben, warum, und was sie davon halten.

Diskutieren Sie das „Was“, verstehen Sie das „Warum“

Diskutieren Sie mit den Stakeholdern, was sie denken, wenn sie Ihr Produkt verwenden. Bitten Sie sie, ihre Entscheidungen zu erläutern. Wenn Sie mehrmals hintereinander nach dem „Warum“ fragen, erhalten Sie einen Einblick in ihre Gedankengänge, Annahmen und Vorlieben. Diese Einsicht hilft Ihnen, sich in die andere Person einzufühlen, wenn Sie Items für das Product Backlog ausarbeiten, Entscheidungen für die Priorisierung treffen oder den Entwicklern helfen, Lösung A oder B zu wählen.

Reflektieren Sie die Erfahrung

Die Macht der Gefühle wird oft unterschätzt. Sie wollen positive Erfahrungen festhalten und sie nach Möglichkeit verstärken. Negative Erfahrungen machen ein Problem deutlich. Finden Sie heraus, was eine negative Erfahrung verursacht, und suchen Sie nach einer Lösung. Eine negative Erfahrung bleibt viel leichter haften als eine positive und wirkt sich daher stark negativ auf die Zufriedenheit Ihrer Stakeholder aus.

Setzen Sie als Product Owner ein klares Produktziel

Ihr Ziel bestimmt weitgehend das Spielfeld des Scrum Teams. Was ist Ihr Ziel am Horizont, was wollen Sie mit der Arbeit an diesem Produkt erreichen? Ein klares Produktziel hilft Ihnen als Product Owner, die Priorität der Backlog Items festzulegen. Suchen Sie nach den niedrig hängenden Früchten: Welche Items erfordern relativ wenig Aufwand, tragen aber wesentlich zur Erreichung des Produktziels bei? Diese Items haben wahrscheinlich einen höheren Wert und sollten im Product Backlog weiter oben platziert werden.

Ein klares Ziel hilft auch bei der Ablehnung von Items. Wenn Sie sich auf die Items konzentrieren, die tatsächlich zum Produktziel beitragen, maximieren Sie automatisch den Wert der von den Entwicklern geleisteten Arbeit. Dadurch wird verhindert, dass Arbeiten durchgeführt werden, die keinen Mehrwert bringen.

Messen bedeutet wissen

Führen Sie Mechanismen ein, die es Ihnen ermöglichen, regelmäßig zu überprüfen, ob Sie noch das Richtige tun. Neben dem Sprint Review, bei dem Sie intensiv mit den Stakeholdern zusammenarbeiten, um herauszufinden, was der nächste wertvolle Schritt sein wird, können Sie fortlaufende Messungen durchführen, um zu überprüfen, ob Sie Ihre Stakeholder tatsächlich glücklich machen. Denken Sie an die Messung eines Net Promoter Score (NPS), Customer Effort Score (CES) oder Customer Satisfaction Score (CSAT).

Indem Sie die Erfahrungen der Stakeholder kontinuierlich messen und mit ihnen im Gespräch bleiben, können Sie Ihre Personas und Customer Journeys anpassen. Personas können verfeinert werden, und wo Ihre anfängliche Customer Journey vielleicht oberflächlich ist, können Sie während des Projekts spezifischere Customer Journeys erstellen. Auf diese Weise können Sie sich ein besseres Bild von Ihren Kunden machen. So können Sie Ihre Entscheidungen mit Wissen untermauern und vermeiden, dass Sie Annahmen treffen. Stellen Sie fest, dass Sie immer noch irgendwo eine Vermutung anstellen müssen, um eine Entscheidung treffen zu können? Wenn ja, ist das ein guter Ausgangspunkt für Ihre weitere Recherche.

Halten Sie Ihr Product Backlog in Bewegung

Sie wollen neue Erkenntnisse so schnell wie möglich in Ihr Product Backlog einfließen lassen. Wenn Sie Personas und Customer Journeys verfeinert haben, bedeutet das wahrscheinlich, dass Sie Ihre User Stories verfeinern können. Das könnte dann bedeuten, dass sie eine andere Priorität erhalten. Halten Sie also das Product Backlog kontinuierlich in Bewegung, auch später im Projekt.

Wenn ein Projekt erst einmal angelaufen ist, ist es für die Stakeholder oft einfacher, sich eine fundierte Meinung darüber zu bilden, was sie wirklich wollen. Dann gibt es schon etwas Greifbares, und das macht es leichter, über Ihre Wünsche und Bedürfnisse nachzudenken. Wenn Sie als Product Owner dafür offen sind, besteht eine gute Chance, dass Sie leichter zum Kern der Bedürfnisse vordringen können, was Ihnen wiederum hilft, Wünsche zu erarbeiten, die einen großen Mehrwert bieten.

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