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Plan-Do-Check-Act: Wie das Scrum Rahmenwerk die Qualität sichert

Plan-Do-Check-Act: Der Deming-Kreis erklärt

Der Plan-Do-Check-Act-Zyklus ist auch als Deming-Zyklus bekannt (zum Missfallen von Deming selbst, der diesen Zyklus überhaupt nicht eingeführt hat – aber dazu später mehr).

Ein Stück Geschichte

Die Geschichte des „Qualitätsmanagements“ reicht nicht sehr weit zurück. Vor dem Aufkommen der Massenproduktion im zwanzigsten Jahrhundert wurden die Waren von Handwerkern hergestellt. Diese Handwerker übertrugen ihre Fähigkeiten sorgfältig aufeinander, sodass der Bedarf an Qualitätsmanagement minimal war. Dies änderte sich mit der Einführung der Massenproduktion. Plötzlich wurden große Mengen identischer Waren von gering qualifizierten Arbeitskräften hergestellt, wobei jeder einzelne Arbeiter nur für einen kleinen Teil der Arbeit verantwortlich war. In dieser neuen Situation ergab sich ein klarer Bedarf an Qualitätsmanagement.

Die Grundlage für das Qualitätsmanagement wurde durch die wissenschaftliche Methode gelegt. In der Wissenschaft werden (1) Hypothesen auf der Grundlage früherer Erfahrungen gebildet, (2) diese Hypothesen werden getestet und (3) die Hypothesen werden auf der Grundlage der Ergebnisse verfeinert. In diesem Zyklus baut man wissenschaftliche Kenntnisse auf. Die wissenschaftliche Methode legt Wert auf Empirismus. Der Empirismus besagt, dass das Wissen aus der Erfahrung kommt und nicht aus Gedanken oder Überlegungen. Empirismus wird auch von den Entwicklern von Scrum in Der Scrum Guide zitiert. Beeinflusst von früheren Arbeiten auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements veröffentlichte Walter A. Shewhart 1939 den Shewhart-Zyklus.

Dieser Zyklus wurde von William Edwards Deming als Grundlage für seinen Qualitätszirkel verwendet. Da Deming jedoch in Japan besonders bekannt war, musste sein Werk ständig übersetzt werden. Aus einer falschen Übersetzung von Demings Arbeit entstand schließlich der Plan-Do-Check-Act-Zyklus. Deming selbst zieht es vor, von Plan-Do-Study-Act zu sprechen und nennt den Zyklus auch den Shewhart-Zyklus.

Plan-Do-Study-Act

Die von Deming im Shewhart-Zyklus vorgesehenen Phasen sind:

  1. Plan: In dieser Phase machen Sie einen Plan für den kommenden Zyklus. Sie tun dies auf der Grundlage des zuvor erworbenen Wissens. Legen Sie fest, wer was und wann macht.
  2. Do: In dieser Phase führen Sie den Plan wie geplant aus. Berücksichtigen Sie mögliche unerwartete Beobachtungen und Probleme.
  3. Study: Analysieren Sie das Ergebnis. Entsprachen die Erwartungen aus der Planungsphase dem, was bei der Durchführung festgestellt wurde? Was kann man aus diesen Erfahrungen lernen?
  4. Act: In dieser Phase denken Sie über die Änderungen nach, die im nächsten Zyklus vorgenommen werden müssen.

Plan-Do-Check-Act-Zyklus in Verbindung mit Scrum

Scrum hat eine Reihe von Feedbackschleifen, die der oben beschriebenen Plan-Do-Study-Act-Struktur folgen. Jeder Sprint beginnt mit einem Sprint Planning Meeting. In dieser Sitzung erstellt das Team einen Plan, was als Planungsphase des Zyklus betrachtet werden kann. Während des Sprints führt das Team Arbeiten durch und die Hindernisse werden genau überwacht. Der Sprint endet mit einer Review und einer Retrospektive. In beiden Sitzungen werden die Ergebnisse analysiert, um aus den Erfahrungen zu lernen. Dies führt zu einer höheren Qualität bei einem nächsten Sprint. Das Tolle an Scrum ist, dass man sowohl Zeit für die Reflexion des Produkts als auch für die Reflexion der Beziehungen, des Prozesses und der verwendeten Tools aufwendet.

Darüber hinaus gibt es bei Scrum ein tägliches Meeting, in dem das Team immer einen Plan für die nächsten 24 Stunden erstellt. Dieser Plan wird ausgeführt und jeden Tag prüft das Team, ob etwas angepasst werden muss, um das Sprint Ziel zu erreichen. In Scrum führt das kontinuierliche Durchlaufen des Shewhart-Zyklus zur Qualität.

Tipp

Für Scrum-Einsteiger kann es verlockend sein, die Review oder die Retrospektive zu überspringen. Dies führt jedoch zu einem unvollständigen Kreislauf. Teams, die dies tun, tun sozusagen Plan-Do-Plan-Do-Plan-Do… und so weiter. Das Fehlen von Study and Act führt im Laufe der Zeit zu Qualitätseinbußen, weil das Team nicht aus Erfahrungen lernt und sich nicht die Zeit nimmt, bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen (z. B. beim Projektumfang oder der internen Zusammenarbeit). Mit der Zeit können sich dann Symptome wie unzufriedene Stakeholder oder Kunden einstellen. Daher ist es nicht ratsam, die Review oder Retrospektive auszulassen und jedes Team, das dies tut, kann nicht behaupten wirklich „Scrumptious“ zu sein.

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