Selbstorganisation: Was ist das? Und wie fängt man mit Selbstorganisation an?

Traditionelle hierarchische Strukturen geraten in Organisationen aus der Mode. In einer Hierarchie wird von der Annahme ausgegangen, Mitarbeiter könnten gesteuert werden, und ein Vorgesetzter müsse sie kontrollieren.

Heutzutage sind Mitarbeiter allerdings besser ausgebildet als vor hundert Jahren. Sie möchten und können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten dafür nutzen, Arbeit gut zu verrichten. Das gilt auch für die Verbesserung von Dienstleistungen. Deshalb sind traditionelle Organisationsstrukturen, in denen wir heute noch immer oft arbeiten, überholt.

Selbstorganisation stimuliert die notwendige Bewegung von “Mitarbeiter steuern und kontrollieren” hin zu  “kompetenten Fachkräften vertrauen”. Ein Wandel, durch den nicht mehr für Mitarbeiter über Arbeit nachgedacht wird, sondern mit ihnen.

Wenn Selbstorganisation richtig gelebt wird, führt das zu zufriedeneren Mitarbeitern. Begeisterte Mitarbeiter führen zu begeisterten Kunden. Ein willkommener Nebeneffekt von Selbstorganisation: Diese Organisationsform ist oft mit niedrigeren Kosten verbunden.

Wie erreicht man in der Praxis Selbstorganisation?

Einem Team wird die Verantwortung für sein Arbeitsergebnis übertragen. Ab und an bespricht ein Manager mit dem Team, wie weit es im Hinblick auf das Ziel gekommen ist. Hierfür ist wichtig, dass alle Beteiligten hinter der Vision stehen. Und dass die Grenzen, innerhalb derer sich das Team bewegen kann, deutlich definiert sind. Für den Fall, dass selbstorganisierende Teams einmal ein Problem haben, das sie nicht selbst lösen können, ist ein Coach greifbar, der Hilfestellung leisten kann. Unterstützende Disziplinen (Personalwesen, Marketing, Finanzwesen) sind nur mit Aufgaben betraut, die zu viel spezifisches Fachwissen erfordern, als dass das selbstorganisierende Team sie bewältigen könnte. Eine angemessene Versorgung mit Informationen auf Teamebene befähigt Teams dazu, falls nötig nach Überprüfung erzielter Ergebnisse korrigierend einzugreifen.

Hätten Sie’s gewusst? Ein selbstorganisierendes Team entscheidet selbst, “wie” es Ziele erreicht. Ein selbststeuerndes Team legt selbst fest, “was” es erreichen möchte und wie es zum Ziel gelangt.

Wie fängt man mit Selbstorganisation an? (Eine Checkliste)

Der Weg hin zu erfolgreicher Selbstorganisation lässt sich in zwei Phasen unterteilen. In der ersten Phase werden die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Selbstorganisation geschaffen. In der zweiten Phase wird Selbstorganisation im Dialog mit den selbstorganisierenden Teams weiter ausgearbeitet. Hierunter eine Checkliste:

Phase 1: Schaffen der für eine erfolgreiche Selbstorganisation erforderlichen Rahmenbedingungen innerhalb der Organisation

  • Ein Verständnis von Selbstorganisation herstellen, das von allen getragen wird, und die Organisation entsprechend einrichten
  • Alle Beteiligten in den Prozess der Meinungsbildung mit einbeziehen (Teams, Manager, Vorgesetzte, unterstützende Stellen)
  • Definieren des Rahmens, innerhalb dessen Teams sich selbst organisieren können
  • Einen Plan für Mitarbeiter erstellen, deren Funktion überflüssig wird
  • Vorkehrungen für eine Versorgung des Teams mit Informationen treffen, damit sich das Team auch wirklich selbst steuern kann
  • Arbeitsverträge anpassen
  • Teams neu einteilen
  • Neue Mitarbeiter anwerben
  • Abschaffen unnötig gewordener „alter“ Regeln

Phase 2: Selbstorganisation in den Teams

  • Mitarbeiter im Bereich der Selbstorganisation schulen
  • Zusammen mit dem Team dessen Ziel festlegen. Bei Selbstorganisation werden das Ziel und der Rahmen vom Management vorgegeben. Verabredet werden beide aber in Absprache mit dem Team.
  • Gemeinsam mit dem Team das Gerüst mit Inhalten füllen
  • Arbeitsweise festlegen (Aufgaben und Verantwortlichkeiten verteilen; Prozesse für die Zusammenarbeit organisieren)
  • Vereinbaren, innerhalb welcher Zeit neue (zusätzliche Aufgaben) erledigt werden
  • Beginn von Coaching in der neuen Arbeitsweise
  • Fortwährend Lehren aus Erfahrungen mit den ersten Teams ziehen. So wird Selbstorganisation immer leichter verinnerlicht.

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