In diesem Blog untersuchen wir, wie LeSS Organisationen dabei helfen kann, auf relativ einfache und effektive Weise zu skalieren, ohne unnötige Komplexität zu verursachen.
Kennst du diese Situation: Dein Unternehmen hat klein mit agiler Arbeit angefangen, oft mit einem einzigen Scrum-Team, das gute Ergebnisse erzielt. Aber was passiert, wenn das Produkt wächst und ein Team nicht mehr ausreicht? Wie bewahrt man die Geschwindigkeit und Flexibilität von Scrum, wenn Dutzende oder sogar Hunderte von Entwicklern an demselben Produkt arbeiten? Hier kommt Large-Scale Scrum (LeSS) ins Spiel.
Was ist LeSS?
LeSS ist kein völlig neues Framework. Im Kern ist LeSS einfach Scrum, allerdings angewendet auf mehrere Teams, die gemeinsam an einem einzigen Produkt arbeiten. Der Grundgedanke ist, dass man die Dinge nicht durch zusätzliche Komplexität, Regeln, Rollen oder Strukturen erschweren sollte, sondern sie vielmehr einfach halten sollte.
Während andere Skalierungsframeworks oft mehrere Managementebenen einführen, tut LeSS dies nicht. Es behält die Scrum-Prinzipien bei und wendet sie in größerem Maßstab an. Die zugrunde liegende Philosophie lässt sich oft wie folgt zusammenfassen: Mit weniger mehr erreichen.
Die Kernprinzipien von LeSS
Die Einfachheit von LeSS spiegelt sich in einer Reihe klarer Grundsätze wider:
- Ein einziges Product Backlog: Alle Aufgaben für das Produkt werden in einem zentralen Backlog erfasst, ohne separate Teamlisten.
- Ein einziger Product Owner: Eine Person wacht über die Produktvision und legt die Prioritäten für das gesamte Produkt aller Teams fest.
- Eine einzige Definition of Done: Alle Teams wenden denselben Qualitätsstandard an, wodurch sich die Arbeit nahtlos ineinanderfügt.
- Ein Sprint: Alle Teams arbeiten im gleichen Rhythmus und liefern gemeinsam ein funktionierendes Produkt.
Rollen und Veranstaltungen in LeSS
In LeSS bleiben die bekannten Scrum-Rollen bestehen. Anders als bei einigen anderen Skalierungsmethoden werden keine zusätzlichen Rollen wie Projektmanager oder Release-Koordinatoren hinzugefügt. Die folgende Abbildung zeigt, wie die Rollen in LeSS organisiert sind und wie die Meetings ablaufen.
Innerhalb von LeSS unterscheiden wir:
- Den Product Owner: eine Person, die für die Produktvision und die Prioritäten verantwortlich ist, ohne dass es so etwas wie einen „Chief PO“ gibt.
- Die Teams: multidisziplinäre und selbststeuernde Teams, die eigenständig gemäß der Definition of Done liefern können.
- Die Scrum Master: Sie betreuen oft ein bis drei Teams und konzentrieren sich nicht nur auf die Teamebene, sondern auch auf Verbesserungen in der Organisation als Ganzes.

Sprint-Planung und andere Veranstaltungen
Ein markanter Bestandteil von LeSS ist die Sprint-Planung, wie in der obigen Abbildung dargestellt. Diese Planung besteht aus zwei Teilen:
- Teil eins ist eine gemeinsame Planungssitzung, in der alle Teams gemeinsam Elemente aus dem Product Backlog auswählen.
- Teil zwei findet innerhalb der einzelnen Teams statt, wo die Umsetzung und die Aufteilung der Arbeit besprochen werden.
In LeSS finden das Sprint Review und die Sprint Retrospective sowohl auf Teamebene als auch auf Produktebene statt. Das bedeutet, dass die Teams nicht nur intern reflektieren, sondern auch gemeinsam das Gesamtprodukt und die Zusammenarbeit zwischen den Teams betrachten.
Warum LeSS und wie unterscheidet es sich von anderen Frameworks?
Das Ziel von LeSS ist es, den Aufwand für Besprechungen und Kommunikation zu minimieren. Indem das Framework einfach gehalten wird, bleiben Teams agil, behalten den direkten Kontakt zum Kunden und konzentrieren sich darauf, Mehrwert zu schaffen, anstatt Prozesse zu befolgen.
LeSS im Vergleich zu Scrum
Im Grunde unterscheidet sich LeSS kaum von Scrum. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass mehrere Teams – in der Regel zwischen zwei und acht – gemeinsam an einem einzigen Product Backlog unter der Leitung eines einzigen Product Owners arbeiten. Während ein traditionelles Scrum-Team sein eigenes Backlog verwaltet, fördert LeSS die teamübergreifende Zusammenarbeit.
LeSS im Vergleich zu SAFe
Ein häufig angeführter Vergleich ist der zwischen LeSS und SAFe. Beide sind Skalierungsmethoden, doch der Ansatz unterscheidet sich stark.
SAFe konzentriert sich darauf, Teams an das Framework anzupassen. LeSS hingegen konzentriert sich darauf, die Organisation so anzupassen, dass Scrum weiterhin optimal funktionieren kann. SAFe ist somit vor allem top-down organisiert und stark strukturiert, während LeSS geradezu bottom-up und minimalistisch ist.
Warum LeSS wählen?
Unternehmen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für LeSS:
Geringerer Verwaltungsaufwand, da weniger Koordinationsrollen und Managementebenen erforderlich sind.
Kürzere Markteinführungszeit dank der Fokussierung auf das gesamte Produkt und geringerer Abhängigkeiten zwischen den Teams.
Höheres Engagement der Mitarbeiter, da die Teams über mehr Eigenverantwortung verfügen und in direktem Kontakt mit den Endnutzern stehen.
Fazit
Die Skalierung mit LeSS ist nicht einfach. Man fügt keine zusätzlichen Managementebenen oder komplexen Strukturen hinzu, sondern versucht vielmehr, sich auf die Teams zu konzentrieren, die dem Kunden direkten Mehrwert liefern.




