Produktmanager vs. Product Owner

Eine häufig gestellte Frage in Schulungen lautet: „Was genau ist der Unterschied zwischen einem Produktmanager (PM) und einem Product Owner (PO)?“. Oft werden die Begriffe synonym verwendet, und seien wir ehrlich: Es gibt auch erhebliche Überschneidungen. In diesem Blogbeitrag gehen wir ausführlich auf die Unterschiede, die Verantwortlichkeiten und die Gemeinsamkeiten beider Rollen ein.

Der Unterschied in aller Kürze

Wenn man kurz und bündig erklären soll, worin der Unterschied besteht, lässt sich dieser wie folgt darstellen:

  • Product Manager konzentrieren sich auf den strategischen Bereich.
    Sie legen die Vision fest: Wohin wollen wir und warum? Sie analysieren den Markt, beobachten die Konkurrenz und bestimmen den langfristigen Kurs.
  • Product Owner konzentrieren sich auf taktische Aspekte.Sie setzen diese Vision in die Praxis um: Was werden wir entwickeln und wie gehen wir dabei clever vor? Dabei arbeiten sie eng mit dem Scrum-Team zusammen, um sicherzustellen, dass ein Mehrwert geschaffen wird.

Aber lassen Sie uns die Rollen auch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Der Produktmanager: Der Visionär

Der Produktmanager ist oft die Person, die für die strategische Ausrichtung eines Produkts verantwortlich ist. Betrachten Sie den Produktmanager als Brücke zwischen der Außenwelt, dem Unternehmen und dem Team.

Der Fokus liegt hier auf der Wertschöpfungskette, einem wichtigen Begriff aus dem Agilen. Ein Produktmanager fragt sich ständig: „Entspricht unser Produkt noch den Marktbedürfnissen?“ Er/sie berücksichtigt nicht nur die Entwicklung des Produkts, sondern auch den Vertrieb, die Akzeptanz bei den Nutzern und die langfristige Verbesserung.

Wichtige Aufgaben des Produktmanagers:

  • Marktanalyse: Was macht die Konkurrenz und wo liegen neue Chancen?
  • Produktmarketing: Wie positionieren wir das Produkt auf dem Markt?
  • Budgetplanung: Welche Ressourcen werden benötigt?
  • Roadmap: Festlegung der Strategie für die kommenden Quartale.
  • Stakeholder-Management auf hoher Ebene: Gespräche mit der Geschäftsleitung und wichtigen Stakeholdern oder Kunden.Product Manager vs Product Owner

Der Product Owner: der Wertschöpfer

Die Rolle des Product Owners ist natürlich fest in Agile und Scrum verankert. Während sich der Produktmanager mit dem „Was und Warum“ auf lange Sicht befasst, ist der Product Owner die treibende Kraft hinter dem „Was und Wann“ im Hier und Jetzt.

Der Product Owner setzt die übergeordnete Vision des Product Managers in konkrete, überschaubare Teilaufgaben für das Team um. Er/sie sorgt dafür, dass das Entwicklungsteam genau weiß, was oberste Priorität hat, damit in jedem Sprint ein Mehrwert erzielt werden kann.

Wichtige Aufgaben des Product Owners:

  • Backlog-Management: Priorisierung von Aufgaben, damit die wichtigsten Aufgaben zuerst bearbeitet werden.
  • Stakeholder-Management: Zusammenarbeit mit den Stakeholdern
  • Refinement: Gemeinsame Ausarbeitung der Anforderungen zu Aufgaben mit dem Team
  • Feedbackschleifen: Organisation von Demos und Einholen von Feedback bei den Nutzern.

Wo sich die Rollen überschneiden

Bei Scrum gibt es keine Rolle für einen Projektmanager. In der idealen Scrum-Welt liegt die gesamte Verantwortung beim Product Owner. In der Praxis erweist sich dies jedoch oft als nicht umsetzbar, weshalb sich Organisationen für eine Aufgabenteilung zwischen Product Owner und Product Manager entscheiden, wie beispielsweise bei SAFe. Es ist daher verständlich, dass in diesem Fall der Product Manager und der Product Owner Hand in Hand arbeiten.

Der Produktmanager analysiert die Rückmeldungen aus dem Markt, und der Product Owner sorgt dafür, dass diese Rückmeldungen in Aufgaben und ein funktionsfähiges Produkt umgesetzt werden.

Um die Sache jedoch etwas komplizierter zu machen, kommt es manchmal vor, dass beide Rollen von ein und derselben Person übernommen werden. In kleineren Unternehmen oder bei Start-ups ist es häufig der Fall, dass eine Person beide Aufgaben wahrnimmt. Diese Person ist dann sowohl Stratege als auch Taktiker.

Auch wenn man beide Rollen ausüben kann, ist dies eine Herausforderung. Die Rolle des Produktmanagers und die des Product Owners sind beide Vollzeitstellen. Wenn eine Person beide Rollen übernimmt, kommt es häufig vor, dass die Taktik (das Tagesgeschäft) die Strategie (die Zukunft) verdrängt. Wenn man sich zu sehr auf das Hier und Jetzt konzentriert und ständig Fragen des Teams beantwortet, kann dies dazu führen, dass man den Blick auf den Markt verliert.

Fazit

Wenn du ein ausgereiftes Produkt in einem dynamischen Markt hast, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du sowohl einen Produktmanager als auch einen Product Owner benötigst, um alle Aspekte gründlich zu klären.
Wenn ihr jedoch ein kleines Team seid, das eine neue Idee validiert, kann oft auch eine einzige Person beide Rollen übernehmen, vorausgesetzt, es bleibt genügend Zeit für den strategischen Blick nach vorne. Mehr noch: Indem diese Verantwortlichkeiten einer einzigen Person übertragen werden, können Entscheidungen schneller getroffen werden und es bleibt mehr Spielraum für Experimente und Kurskorrekturen. Dies ist insbesondere in der Anfangsphase eines Produkts von großer Bedeutung.
Da nun der Unterschied zwischen diesen beiden Rollen klar ist, fällt dir vielleicht auf, dass diese in deiner Organisation nicht klar definiert sind oder dass sogar eine Lücke besteht. Vielleicht bietet das Raum für eine neue Rolle – auch wenn das nur ein möglicher Gedanke ist.

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