Eigenverantwortung bedeutet, dass jemand Verantwortung für eine Aufgabe, eine Situation oder ein Ziel übernimmt und sich proaktiv dafür einsetzt, Ergebnisse zu erzielen. In agilen Umgebungen mit selbstorganisierten Teams ist Eigenverantwortung keine Nebensache, sondern eine Voraussetzung für den Erfolg. In diesem Artikel erfährst du, was Eigenverantwortung bedeutet, warum sie wichtig ist und wie du sie mit dem Modell von Lencioni steigern kannst.
Was bedeutet Eigenverantwortung?
Eigenverantwortung bedeutet, dass jemand die Verantwortung für eine Aufgabe, eine Situation oder ein Ziel übernimmt und sich proaktiv dafür einsetzt, Ergebnisse zu erzielen. Dies geschieht aus Eigeninitiative heraus, wodurch die betreffende Person selbst die Initiative ergreift und nicht darauf wartet, dass andere das Problem lösen.

Was sind die wichtigsten Merkmale von Eigenverantwortung?
- Ein erstes Merkmal ist, dass man sich als Einzelperson oder als Team für das Endergebnis verantwortlich fühlt. In einem agilen Kontext bedeutet dies Verantwortung für den Mehrwert, den es für den Kunden oder das Unternehmen schafft. Die Erledigung bzw. Umsetzung einzelner Aufgaben (die für sich genommen keinen Mehrwert schaffen) reicht nicht aus.
- Neben der Verantwortung ist das In-Bewegung-Kommen ein wichtiges Merkmal von Eigenverantwortung. Das bedeutet, dass man nicht abwartet, sondern Maßnahmen ergreift, um Ziele zu erreichen bzw. Probleme zu lösen.
- Im Sinne des „in Bewegung setzens“ zeichnet sich Eigenverantwortung dadurch aus, dass externe Faktoren nicht als Ausrede für unerwartete Situationen herangezogen werden. Stattdessen wird nach Lösungen gesucht. Man tut, was nötig ist, auch wenn es schwierig wird.
Warum ist Eigenverantwortung wichtig?
Im geschäftlichen Kontext ist Eigenverantwortung wichtig, um die richtigen Ergebnisse zu erzielen. Mit Betonung auf „richtig“. Fehlt Eigenverantwortung, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Arbeit geleistet wird, ohne zu hinterfragen, ob sie tatsächlich etwas löst oder zu etwas beiträgt. Das kann bedeuten, dass alle sehr beschäftigt sind, das Endergebnis der Arbeit jedoch keinen Mehrwert für das Unternehmen schafft.
In Umgebungen mit selbststeuernden/selbstorganisierenden Teams spielt dies eine noch größere Rolle. Solche Teams erhalten Rahmenbedingungen und sollen innerhalb dieser selbst Entscheidungen treffen und Ergebnisse erzielen. Es gibt also keinen Vorgesetzten, der vorgibt, was zu tun ist und von wem. Neben dem Risiko, dass kein Mehrwert für die Organisation entsteht, besteht hier auch die Gefahr, dass gar keine Maßnahmen ergriffen werden. Fehlt in einem solchen Kontext das Verantwortungsbewusstsein, ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass keine wertvollen Ergebnisse erzielt werden.
Verantwortungsbewusstsein stärken nach dem Modell von Lencioni
Verantwortungsbewusstsein entsteht nicht von selbst. Wir nutzen das Modell von Patrick Lencioni1, um zu untersuchen, was erforderlich ist, um das Verantwortungsbewusstsein zu stärken.
Wie im Modell zu sehen ist, umfasst das Modell von Lencioni fünf Ebenen. Auf jeder Ebene kann es zu dysfunktionalem Verhalten kommen, wodurch die Effektivität eines Teams nicht optimal ist. Auf diese Weise gibt das Modell auch Aufschluss darüber, wo Verbesserungen möglich sind, um die Eigenverantwortung und die Effektivität eines Teams zu steigern.
Vertrauen als Fundament
Ohne gegenseitiges Vertrauen trauen sich Teammitglieder nicht, sich verletzlich zu zeigen. Und ohne Verletzlichkeit gibt es keine Eigenverantwortung: Menschen verbergen Fehler, gehen keine Risiken ein und fühlen sich weniger verantwortlich. Aber wie schafft man Vertrauen? Das beginnt auf der nächsten Ebene: „Konflikte“. Das Wort „Konflikte“ hat oft eine negative Konnotation. Gemeint ist hier, dass Teammitglieder den Mut haben, schwierige Gespräche miteinander zu führen. Das kann zum Beispiel das Gespräch sein, in dem eine vorgeschlagene Lösung in Frage gestellt wird.
Verantwortungsbewusstsein erfordert den Mut, Themen anzusprechen, Interessen abzustimmen und gemeinsam nach der besten Lösung zu suchen, auch wenn es dabei zu Reibungen kommt. Dabei geht es weniger um die endgültige Lösung, sondern vielmehr darum, im Entscheidungsprozess Gehör zu finden. Neben der Bereitschaft, Themen anzusprechen, ist es hier von entscheidender Bedeutung, dass die Meinungen der anderen respektiert werden; auch wer eine abweichende Meinung vertritt, wird mit Respekt behandelt und seine Meinung wird ernst genommen. Dieses Verhalten sorgt dafür, dass das gegenseitige Vertrauen wächst. Denn das Verhalten zeigt, dass jede Meinung zulässig ist, wodurch es immer leichter wird, etwas zu besprechen.
Wenn das Verantwortungsbewusstsein wächst, wirst du feststellen, dass die Teammitglieder sich gegenseitig auf das gegenseitige Engagement ansprechen. Dann werden gemeinsame Vereinbarungen, Qualität und Zusammenarbeit thematisiert.
Letztendlich führt all dies dazu, dass der Fokus auf dem Erreichen gemeinsamer Ziele liegt. Persönliche Ziele treten in den Hintergrund. Das Ergebnis ist ein erfolgreiches und effektives Team.
Zusammenfassung
Eigenverantwortung ist keine isolierte Fähigkeit, sondern ein Ergebnis der Teamentwicklung. Indem man Vertrauen aufbaut, Konflikten nicht ausweicht, gemeinsam entscheidet, sich gegenseitig zur Verantwortung zieht und kollektive Ergebnisse in den Mittelpunkt stellt, schafft man ein agiles Team, in dem Eigenverantwortung selbstverständlich ist.
Haben Sie Fragen zu diesem Artikel oder möchten Sie sich über Eigenverantwortung in Ihrem Team austauschen? Kontaktieren Sie uns unter +49 (0)221-677 88 793 oder info@agilescrumgroup.de.





